Hündgen verkündet Ende des Web-VJs | Menschen & Meinungen | Forum - VJHOME

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13:37
21. Februar 2010


Tobias Büchner

Admin

Beiträge 31

Er ist eine Art Sascha Lobo Sascha Lobo der Webvideoszene. Er selbst bezeichnet sich als “Video-Geek”, als “Web-Communist”, “Videopunk” und “Provocateur”. Letzteres macht er nun wieder alle Ehre. Markus Hündgen, (Noch)-Ressortleiter Video bei derwesten.de, erklärt auf seinem Blog “Videopunks” das “Ende des Videojournalismus’ im deutschen Web”. Der VJ im Netz sei zum “Kostenfaktor” und zum reinen “Bildlieferanten” verkommen.

Verkündet in seinem Blog das Ende des Web-Videojournalismus': Markus Hündgen. (Daniel Seiffert / Flickr)

Verkündet in seinem Blog das Ende des Web-Videojournalismus': Markus Hündgen. (Daniel Seiffert / Flickr)

“Am Anfang war es eine Bewegung - wir wollten dem sich entwicklenden Bewegtbild-Markt im Web unsere Färbung geben. Nach drei Jahren hat es sich ausgeträumt: Für Videojournalismus ist kein Platz mehr auf deutschen Nachrichtenseiten”, schreibt Hündgen in seinem Blog “Videopunks”.

Dann blickt Hündgen zurück in die Zeit als der Video-Markt in Deutschland geboren wird, YouTube einschlägt “wie eine Bombe” und sich die Verlagshäuser sich im Netz ausprobieren. “Wir haben experimentiert, wir haben Erfahrungen gesammelt, wir haben Video gelebt. Irgendwann kamen dann die Zahlenknechte. Sie wollten Erfolge messen. Erlöse sollten her. Und der Videojournalismus im Web starb”, schreibt Hündgen und lässt dabei vor allem seine negativen Erfahrungen beim Portale der WAZ-Gruppe “derwesten.de” einfließen.

Das ambitionierte Projekt Hündgens, jeden Redakteur der Zeitungsgruppe mit einer Flip-Kamera auszustatten und so ein Netzt von VJs aufzubauen, ist gescheitert. Hündgen selbst ist mittlerweile bei dem WAZ-Projekt ausgestiegen ausgestiegen.

Hündgen bedauert nun in seinem Blog, dass sich im Netz kein unabhängiger Videojournalismus gegenüber dem “TV-Einheitsbrei” etablieren konnte. Dabei habe doch der VJ ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. “Der Webvideojournalist war der Prototyp des Social-Media-Journalisten”, schreibt Hündgen.

Übriggeblieben ist laut Hündgen nur “der Kostenfaktor VJ. Ein-Mann-Produktionen die schnell und günstig sind. Der inhaltliche Aspekt ist in den Zahlenwerken verschollen. Heute werden VJs als Bildlieferanten missbraucht: Schnell zum Unfall oder PK. Die gleichen leeren Worthülsen wie im Fernsehen drüberstülpen und ratzfatz auf die Seite.”

Ob das nun wirklich das Ende des Videojournalismus’ im Web ist oder bloß eine beengte Sicht aus den Erfahrungen mit derwesten.de…?


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